Obstbäume düngen

Müssen wir Obstbäume düngen? Das ist eine berechtigte Frage, mit der sich unzählige Hausgartenbesitzer jedes Jahr aufs Neue beschäftigen. Die Dünger produzierenden Herstellerfirmen bringen immer wieder neue verlockende Artikel auf den Markt. In Regelmäßigkeit überbieten diese sich und preisen alljährlich immer bessere Ernteresultate aufgrund gestärkter, schädlingsfreier Obstbäume. Doch benötigt jeder Heimgärtner wirklich diese Produkte? In der Regel ist zusätzliche Düngemittel Verabreichung unnötig. Zahlreiche Gartenexperten empfehlen, Obstbäume  wenig zu düngen, wenn überhaupt dann allerhöchstens 1-2 mal pro Jahr.

Warum soll ich Obstbäume düngen?
Im Laufe der Zeit kann es vorkommen, dass sich unser Erdboden an Nährstoffen erschöpft und dann wird es nötig, den Untergrund mit Dünger anzureichern. Spätestens wenn die einst so reichhaltige Früchteernte von Jahr zu Jahr dürftiger ausfällt oder die Bäume zunehmend krankheitsanfälliger werden, ist es Zeit zu düngen. Obstbäume, die frisch gesetzt wurden, sind ebenfalls dankbar für zusätzliche Nährstoffe. Erst recht, wenn der Gartenboden von karger Natur ist. Statt künstlichem Dünger bietet sich aber in erster Linie Kompost an.

Dünger für junge Obstbäume
Was den neu gepflanzten Obstbaum anbelangt, wird empfohlen, diesen beim Einsetzten zu düngen. Um dem Jungbäumchen die nächsten Jahre auf die Sprünge zu helfen, raten viele zu einer jährlichen Blaukorndüngung im Frühling und Herbst. Über die tatsächliche Notwendigkeit kann man geteilter Meinung sein, genauso könnte man darüber diskutieren ob der Mensch Hautcremes benötigt. Biogärtner nutzen ohnehin nur Kompost, Mulch und gegebenenfalls Mist. Leider besteht sogar die Gefahr, dass es manch einer mit dem Zusatzdünger etwas zu gut meint.

Mögliche Gefahren einer Überdüngung

Wenn wir die Obstbäume düngen, gilt keinesfalls die Devise umso mehr desto besser. Eine Überdüngung kann diverse negative Konsequenzen haben. So können beispielsweise sämtliche Baumtriebe förmlich in den Himmel schießen, während das Obst eher kümmerlich denn üppig wächst. Zusätzlich neigen überdüngte Obstbäume zu erhöhtem Schädlings- wie Krankheitsbefall. Das angeschobene Blitzwachstum führt nämlich häufig zu schwächlichen, weichen Früchten, Blättern und Trieben. Hier haben Pilze beziehungsweise Schadinsekten leichtes Spiel.

Eine Bodenüberdüngung kann außer dem Obstbaum noch nachbarschaftliche Pflanzen aus dem Gleichgewicht bringen, das gestörte Szenario kann u.U. jahrelang anhalten. Soweit muss es aber nicht kommen. Bedenken Sie ganz einfach folgendes: Die Natur hat im Ursprung niemals künstlich hergestellten Dünger benötigt. Alle riesigen Wälder und Dschungel sind rein aus dem Boden gewachsen. Niemand will hier gegen das künstliche Obstbäume düngen wetteifern, gehen Sie aber unbedingt maßvoll mit dem Dünger um.

Kompost für den Baum
Letztendlich ist der beste Obstbaum Dünger natürlichen Ursprungs. Allerdings hat noch lange nicht jeder einen Komposthaufen oder Mist zur Verfügung. Zudem ist die Verwendung jener Naturdünger manchen (geruchsempfindlichen) zu wieder. Wer´s hat und mag sollte jedenfalls damit seine Obstbäume düngen.

Wenn wir im Fachhandel Blaukorndünger oder andere Zusätze kaufen, wird ein versierter Verkäufer uns bestmöglich über die erforderlichen Mengen aufklären.  Hieran kann sich der Hobbygärtner richten, im Zweifelsfalle gönnen wir dem Obstbaum lieber etwas weniger. Jeder , der mit ein wenig Sinn und Verstand sein Obst anbaut, wird auch beim Obstbäume düngen kaum Fehler machen.