Obstbäume veredeln

Dass wir Obstbäume veredeln können, ist nur den wenigsten Gartenbesitzern hierzulande im vollen Umfang bekannt. Und noch weniger Gärtner getrauen sich an diese Art der Veredlung in ihrem eigenen Hausgarten. Dabei ist das Veredeln von Obstbäumen weniger komplizier als vergleichbare pflanzliche Veredlungsverfahren. Grundsätzlich muss sich aber jeder diese praktische Fertigkeit wie so oft Learning by doing aneignen. Sicherlich wird gerade ein ungeübter Gärtner anfangs einige Fehler machen.


Welchen Zweck hat das Obstbäume veredeln?
Die Obstbaum Veredlung bedeutet eine ungeschlechtliche Vermehrung und ist nicht nur bei Gartenprofis äußerst populär. Weil nur in seltenen Fällen aus dem Samen der Bäume eine wirkliche Vermehrung stattfindet, helfen wir auf diese Weise der Natur praktisch etwas nach. Im Übrigen wird damit erreicht, dass der Baum langsamer wächst, doch gleichzeitig früher üppiges Obst trägt.

Verfahren zum Obstbaum veredeln
Die weitläufig gängigste und wohl am meisten Erfolg versprechende Methode zum Veredeln ist das sogenannte Pfropfen hinter die Rinde. Jener Prozess wird sicherlich den meisten Anfängern zunächst fremdartig vorkommen. Dazu benötigen wir als erstes Zweige des Baums, den wir vermehren möchten und außerdem die Wurzel eines artverwandten Baums. Dabei bestimmt die Wurzelgröße die späteren Obstbaum Ausmaße respektive die zu erwartende Größe dessen Früchte, zumindest ansatzweiße. Als Hilfsutensilien benötigen wir ein gut geschärftes Pfropfmesser, kalt streichbares Baumharz und etwas Bastmaterial.

Sehr häufig wird im zeitigen Frühling der sogenannte Kopulationsschnitt angewandt. Hierzu sind der zu veredelnde Obstzweig und die Wurzel gleich stark vom Umfang. Wir schneiden beides keilförmig flach um es anschließend deckungsgleich aufeinander zu pressen. Dann wird eine geringe Menge Baumharz um die Veredelungsstelle geschmiert und zum Halt Bast darum gewickelt. In den darauf folgenden Monaten sorgen wir für eine ausreichende Wasserzugabe und schneiden wachsende Triebe sorgsam aus der Wurzel weg. Ungeübte können ggf. Nachbarn oder Verwandte um Hilfe bitten.

Das Pfropfen hingegen wird gewöhnlich im späten Frühjahr zwischen April bis Mai durchgeführt. In jener Zeit löst sich die Rinde besonders gut, was gerade wichtig für diesen Veredelungsprozess ist. Die Methode wird in erster Linie zum Veredeln alter Obstbäume fabriziert. Auf diese Weise können wir noch so manch seltene Obstgattung retten, die bisweilen lieblos vor sich hin vegetierte. Hierbei schneiden wir zunächst die Zweige wie bei beim eben beschriebenen Kopulationsschnitt zu. Nun wird an den Aststümpfen des alten Baumes die Rinde etwas gelöst und wir schieben den Keil des zu veredelnden Zweiges fast ganz dahinter. Die Stelle wird nun mit Baumharz verschmiert und mit Bast umwickelt.

Gartenlaien tun sich besonders schwer
Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, selbst geübte Obstbaum Profis machen noch etliche Fehler.  Weis Gott gibt es wesentlich leichtere Gartenpflegearbeiten als das Veredeln. Hier muss jeder Geduld zeigen und alles im Laufe der Zeit praktisch für sich erlernen. Schließlich hat es unterm Strich tausende von Jahren gedauert bis professionelle Gärtner das Obstbäume veredeln perfektioniert haben.