Problemboden
Hallo, ich habe ein großes Grundstück. Es ist ein alter Tennisplatz, tiefe grobe Schotterschicht, sehr wasserdurchlässig, sehr dünne Humusschicht, Unkraut wächst, ansonsten eher mager. Was könnte ich anpflanzen, was wenig wiederkehrende Arbeit macht? LKWs können nicht dort hin.
Vielen Dank für Tipps.
Gefragt von Urs.
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Ein Großteil der Fläche könnte eine Rasenfläche werden, die dann in Abständen aber gemäht werden müsste, zumindest zwei- bis dreimal im Jahr als Wiese. Ein Vorteil der Bepflanzung mit Gras ist, dass sich der Humusanteil langsam erhöht, wenn man in ganz kurzen Abständen im Sommer mäht und den Rasenschnitt liegen lässt. Als sonstige Bepflanzung würde ich alles empfehlen, was das Unkraut verdrängt. Wichtig ist es, der Fläche eine Struktur, eventuell auch durch einen Weg und einen Sitzplatz (Kalksteinsplitt), zu geben und dann teilweise mit bodendeckenden Pflanzen zu arbeiten, z.B. mit Storchschnabel, im Schattenbereich Waldmeister oder Walderdbeeren. Pflanzen, die begrenzt werden müssen, aber ansonsten sehr dankbar sind, sind Goldfelberich, Efeu, wilder Wein. Vorsicht bei stacheligen Brombeeren, die wird man nie mehr los. Da würde ich lieber stachellose kaufen. In der Sonne empfehle ich Lavendel, Rosen unterschiedlicher Größe, Blauraute, Salbei, Bergenien, Bartblume. Vor allem bei Rosen und Buchsbäumen bzw. Buchsbaumumfassungen der Beete sollte eine gezielte Düngung bzw. Aufbesserung der Erde erfolgen. Buchsbäumchen lassen sich sehr gut aus Stecklingen ziehen, schon nach einem Jahr könnte man beginnen, die Beete damit umfassen. Grosse Stauden bzw. Zweijährige wie Stockrosen, gelbe Nachtkerzen, Margeriten oder höhere Pflanzkübel bzw. Hochbeete lenken von Unkräutern ab. Hochbeete, aus einfachen Holzlatten schnell zusammengebaut, haben auch den Vorteil, dass dort im unteren Bereich gejätetes Unkraut abgelegt werden kann, was sich dann zu Humus entwickelt. Auch kann man hier gut Nutzpflanzen wie Zucchini und Kürbisse oder Gartenkräuter heranziehen, mit gezielter Düngung und Wässerung. Minzpflanzen oder Zitronenmelisse sind unkomplizierte und nützliche Gartenbewohner, weil Minze nur im Wurzelbereich etwas feucht stehen und begrenzt werden muss und Zitronenmelisse sich zwar ständig wild aussät, aber wie bei der Akelei ihr keiner dafür böse sein kann. Für durchlässigen Boden sehr gut geeignet sind immer alle Zwiebel- und Knollenpflanzen. Es ist verhältnismäßig preiswert, eine Fläche im Frühjahr mit Tulpen, Narzissen, Krokussen, spanischen Hyazinthen oder Traubenhyazinthen zu beleben. Auf jeden Fall sollte man bei dem Kauf von Zwiebelpflanzen darauf achten, dass sich sich selbst vermehren und im Laufe der Jahre schöne Polster bilden. Immer sollte man am Anfang viele Pflanzen von einer Sorte erwerben und diese gruppenweise pflanzen. Oder aber den Nachbarn fragen, ob er nicht von dieser oder jenen schönen Staude, Taglilie oder Irispflanze ein paar Abstecher verschenkt, oder aber ein paar von seinen wild nachgewachsenen Garteneibischen, Johannisbeeren oder Forsythien. Diese geschenkten Pflanzen sind Gold wert, denn sie gehen selten ein. Schon nach ein oder zwei Jahren kann man dann auch die eigenen Pflanzen teilen bzw. auf andere Art vermehren und neue Pflanzgruppen anlegen.