Verändert die Ölkrise den deutschen Gartenbau?
Zwar sinken die Ölpreise im Moment wieder, dies wird aber nur von kurzer Dauer sein, da sind die meisten Experten sich einig. Die wenigsten Deutschen Bürger können steigenden Ölpreisen etwas positives abgewinnen. Doch es gibt Überlegungen, dass weiter steigende Ölpreise die wirtschaftliche Entwicklung der deutschen Garten- und Landwirtschaft stärken. Heimische Bauern könnten langfristig von einer Ölkrise profitieren.
Folgendes muss man sich dabei zunächst vor Augen halten: Die arabischen Länder beginnen mittlerweile weniger lukrative Ölquellen anzuzapfen. Würden sie das machen, wenn noch reichlich Öl in gut sprießenden Quellen vorhanden wäre? Wohl kaum, auch wenn seitens der Öl exportierenden Länder immer wieder versichert wird, dass noch genügend schwarzes Gold für viele Jahre vorhanden sei. Dies mag aber wohl niemand so richtig glauben. Die zunehmende Knappheit bei weiter steigender Nachfrage, vor allem durch aufstrebende Länder wie China oder Osteuropa, hat nur eine logische Konsequenz: Exorbitant ansteigende Ölpreise innerhalb weniger Jahre. Da wirken Aussagen, die eine Preis Verdopplung innerhalb der nächsten 5 Jahre prognostizieren, beinahe harmlos. Denn es könnte noch viel dicker kommen.
Aufgrund steigender Ölpreise werden die Transportkosten von Obst, Gemüse und anderen Importwaren ebenfalls deutlich ansteigen. Gerade Produkte, die eine lange Reise nach Deutschland haben, wie etwas exotische Früchte, sind davon besonders betroffen. Irgendwann wäre der Import so teuer, dass er sich einfach nicht mehr rechnen würde. Der Anbau und auch die Industrieproduktion im eigenen Land wäre günstiger trotz hoher Lohnkosten. Für die deutsche Agrarwirtschaft könnte so, schneller als man denkt, eine ganz neue Situation entstehen. Es müssen neue Ackerflächen und Treibhäuser angelegt werden. Die Anzahl landwirtschaftlicher Nutzflächen muss deutlich gesteigert werden, um den Bedarf an Obst und Gemüse im heimischen Markt zu decken. Auch muss man neue Mittel und Wege finden, exotische Früchte selber in Deutschland zu züchten. Ansonsten werden diese vielleicht irgendwann so teuer sein, dass sich nur noch reiche Leute Kiwis und Ananas leisten können.
Folgerichtig wird auch der heimische Gartenanbau weiter stetig anwachsen. Der Trend zum eigenen Obst und Gemüse ist ohnehin seit Jahren ungebrochen. Schließlich ist nichts günstiger und gesünder als Nahrungsmittel aus dem eigenen Garten. So kann mancher Hobbygärtner sich wenigstens teilweise vor steigenden Preisen absichern. Vielleicht wird der Anblick von Ziergärten und Rasenflächen in 10 Jahren eine echte Rarität in Deutschland sein, wer weiß das schon. Auch Balkone würden dann nicht mehr zum Sonnen auf der Teakholz Liege genutzt, sondern in kleine Gemüsegärten verwandelt.
Heißt das nun, wir können optimistisch in die Zukunft steigender Ölpreise als Wachstumsmotor schauen, da unser Made in Germany eine ganz neue Bedeutung bekommen wird? So darf man das bestimmt nicht sehen. Denn was wird auf der anderen Seite mit dem deutschen Export passieren, der ja ebenfalls teuer wird? Schließlich sind wir ja Exportweltmeister. Werden uns Öl exportierende Länder in einigen Jahren überhaut noch beliefern, oder das Öl nur noch selber nutzen? Wird Arabien in wenigen Jahren schon den Ölhahn zudrehen? Können in kurzer Zeit genügend neue Energiequellen erzeugt werden? Diese und viele andere Fragen der wirtschaftlichen Konsequenzen bereiten Ökonomie Experten und Forschern zur Zeit eine Menge Kopfzerbrechen. Eins ist jedenfalls sicher: Es schadet bestimmt nicht, sich schon mal sein eigenes Gemüsebeet im Garten anzulegen.
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