Sekundäre Pflanzenstoffe

Eins der jüngsten Entdeckungen der Wissenschaft sind sekundäre Pflanzenstoffe. Zwar gibt es die in praktisch allen Pflanzen enthaltenen Stoffe schon seit Bestehen der Erde, doch in der Vergangenheit wurde ihnen im allgemeinen wenig Aufmerksamkeit gegeben. Seit einigen Jahren werden sie aber aus wissenschaftlicher Sicht als gesundheitlich wertvoll und heilbringend eingeordnet. In der Natur dienen die Sekundärstoffe dazu, die Pflanzen zum Beispiel vor den aggressiven ultravioletten Sonnenstrahlen zu schützen. Andere wiederum färben Früchte rot, gelb, blau usw., ihre Vielfältigkeit in der Welt der Flora ist unendlich. Die Zahl sekundärer Pflanzenstoffe wird zur Zeit auf ungefähr 80 Tausend geschätzt, wobei immer wieder neue entdeckt werden.

Wie wirken sekundäre Pflanzenstoffe?
Nun liegt die Vermutung nahe, dass die positiven Eigenschaften der pflanzlichen Wirkstoffe durch den Verzehr von Obst, Gemüse und anderer Rohkost auf den Menschen übertragbar ist. So sollen diese uns genauso vor Krankheiten, freien Radikalen etc. schützen wie die Pflanzen selbst. Ihre medizinisch-therapeutische respektive gesundheitliche Bedeutung wird inzwischen mit Vitaminen, Mineralien und sämtlicher anderer Nährstoffe auf eine Stufe gestellt. Zwar haben sie keine wachstumsfördernden Eigenschaften, trotzdem sind sie äußerst wertvoll. Sekundäre Pflanzenstoffe gelten gar als Krebs vorbeugend bzw. mindernd. Des weiteren sollen sie wundheilend,
Cholesterinspiegel senkend, förderlich für die Verdauung oder auch Blutdruck senkend sein.

Die Urkraft der Natur als Heilmittel
Traditionelle Völker nutzen die Kraft der Natur schon seit Urzeiten, nun kommt diese zunehmend auch in europäischen Ländern zum Einsatz. Die Pflanzenstoffe teilen sich in unterschiedliche Gruppierungen auf. Immer öfter tauchen ihre ominösen Namen im Zusammenhang mit gesundheitsbewusster Ernährung auf: Sulfide, Carotinoide, Polyphenole, um nur einige von ihnen zu nennen. Sicherlich wird zukünftig kaum ein Tag vergehen, an dem Wissenschaftler nicht irgend einen neuen heilbringenden Stoff entdecken.

Gärtner, mit kleiner als auch groß angelegter Nutzgartenzucht fühlen sich wohl ein weiteres Mal voll bestätigt. Hält der eigenen Garten doch ein Sammelsurium kerngesunder Kartoffel, Obst- und Gemüse-Pflanzen mit all ihren Sekundär- wie Primärstoffen bereit. Direkt aus dem Beet, vom Baum oder Strauch geerntet ohne lange Transportwege, unbehandelt, frisch auf den Esstisch.

Ganz gleich wie jemand nun zu primären oder sekundären Pflanzenstoffen steht, Fakt ist auf jeden Fall, dass rohe Pflanzenkost gesund ist und schließlich die ursprünglich angedachte Nahrung für viele Tiere wie Menschen ist. Die Betonung liegt hierbei allerdings auf roh, denn durch erhitzen, gefrieren oder industrielle Verarbeitung dürfte vom natürlichem Nutzen kaum noch etwas übrig bleiben.  

Die Forschung auf diesem riesigen Gebiet steckt aber noch in den Kinderschuhen. Wir alle dürfen mit großer Spannung erwarten, welche neuen Erkenntnisse sekundäre Pflanzenstoffe noch in der Zukunft bringen werden.