Erdbeeren pflanzen und pflegen - Erdbeerpflanzen setzen und düngen

    Erdbeeren anpflanzen macht Spaß. Die roten, süßen Früchte sind auch bei Kindern begehrt. Dabei kann man nicht nur im Garten Erdbeeren pflanzen. Selbst auf dem Balkon ist der Anbau möglich. Ob im Freien, Kübel, Gewächshaus oder Pflanzkasten, Erdbeeren richtig zu pflanzen und zu pflegen ist einfach: Etwas gießen, düngen und ein Standort mit Sonne oder Halbschatten, dann wird die Aufzucht bestimmt gelingen. Die folgenden Hinweise sollen helfen, viele dicke Erdbeeren zu ernten. 

    Erdbeeren richtig pflanzen: Standort, Boden, Pflanzabstand und Pflanztiefe

    1. Erdbeerpflanzen verlangen einen Standort mit Sonne oder Halbschatten. Den Platz im Beet aber nach spätestens 4 Jahren wechseln.
    2. Die Ansprüche an den Boden sind bei Erdbeeren gering. Die Erde kann sandig oder lehmig, sollte aber locker und humos sein. Ideal ist, wenn der ph-Wert leicht sauer ist. Am besten ist, die Erde mit Kompost zu verbessern.
    3. Die optimale Zeit um Erdbeeren ins Beet zu pflanzen ist Juli bis August. (detaillierte Hinweise unter Pflanzzeit)
    4. Die Wurzeln der Erdbeeren vor dem Anpflanzen in Wasser stellen, bis sie sich voll gesaugt haben.
    5. Der ideale Abstand zwischen Erdbeerpflanzen ist gut 20 - 30 cm, der Reihenabstand 40 - 60 cm. Je größer die Abstände, je leichter kann man ernten und pflegen.
    6. Die Pflanzlöcher so tief ausheben, dass der Wurzelballen locker reinpasst. Die Pflänzchen dürfen nicht zu tief oder flach in der Erde stehen. Das „Pflanzenherz“ muss über der Erde ragen.
    7. Nach dem Einpflanzen die Erdbeeren gut gießen.
    8. Empfehlenswert ist, den Boden mit Stroh zu mulchen. Das schützt die Beeren vor Krankheiten und Fäulnis.

    Früh oder spät anbauen: Pflanzzeit für Erdbeeren  

    Die beste Pflanzzeit für Erdbeeren ist Ende Juli bis Anfang August. Der späteste Zeitpunkt ist September. Die Pflanzen brauchen bis zum Frost Zeit, um sich robust für den Winter zu entwickeln und ihre Blütenbasis fürs nächste Jahr zu bilden. Je später sie gepflanzt werden, je spärlicher die Ernte.

    Erdbeeren im Herbst zu pflanzen ist riskant. Setzen wir sie erst spät in den Garten, können sie unterirdisch faulen. Der Grund: Beim Rausnehmen aus dem Topf werden die Wurzeln oft beschädigt. Solang es warm ist, können die verletzten Wurzeln gut heilen. Bei Kälte werden die angeschlagenen Pflanzen schnell von  Bakterien und Pilzen befallen. Sie faulen in der Erde.

    Unser Tipp: Spätestens Mitte August alle Erdbeerpflanzen setzen.

    Auch wenn die günstigste Pflanzzeit für Erdbeeren Mitte Sommer ist, kann man sie auch später in den Garten setzen. Wer Erdbeeren im Herbst setzen möchte, kann sie in Töpfen vorziehen. Dafür eignet sich ein warmer Platz am Fenster. Man sollte Erdbeeren vorziehen, bis sie angewachsen sind. Normal kann man sie nach gut einem Monat ins Beet setzen.

    Erst im Frühling setzen - Pflanzzeit für Frigo Erdbeeren

    Der Pflanzzeitpunkt lässt sich auch ins Frühjahr verschieben. Dann muss man aber Frigo Erdbeeren anpflanzen. Sie treiben nach dem Pflanzen sofort aus. Nach ca. 3 Monaten sind sie reif zum Ernten.

    Erdbeeren selbst vermehren: Ausläufer umpflanzen

    Die eigene Vermehrung geht mit Samen oder Ausläufern. Letzteres ist leichter. Sind alle Früchte geerntet, lässt man die Ausläufer stehen. Sind sie ca. 30 - 50 cm groß (Länge), kann man die jungen Erdbeeren umpflanzen. 

    Pflege: Erdbeeren richtig düngen und gießen

    Zum Düngen von Erdbeerpflanzen am besten Erdbeer-Dünger verwenden. Gedüngt wird bis zu dreimal im Jahr. Empfehlenswert ist die Düngung normal vor der Pflanzung und vor der Blütezeit. (Hinweise auf der Verpackung beachten). Ist die Erde nahrhaft und kompostiert, ist künstliches düngen nicht zwingend nötig. Dass Erdbeeren überdüngt sind, ist eher zu befürchten, als dass sie unterdüngt sind.

    Grundsätzlich ist organischer Dünger künstlichen vorzuziehen. Neben Kompost ist für Erdbeerpflanzen frischer Stallmist ideal. Aber nur, wenn man ihn vor dem Einpflanzen unter die Erde mischt. Sonst schadet er den Pflanzen. Der Mist muss sich erst nach und nach im Gartenboden zersetzen.

    Während des Wachstums braucht die Erdbeere reichlich Wasser. Bei trockenem, heißen Wetter am Morgen und Abend gießen. Nicht mittags. Beim Bewässern sollte das Laub möglichst trocken bleiben. Feuchte Blätter begünstigen Krankheiten. Sobald die Pflanzen Beeren tragen, weniger Wasser geben. Zu viel Feuchtigkeit lässt die Früchte schimmeln und faulen.

    Pflege im Winter - Erdbeeren überwintern

    Nach der Ernte die Erdbeeraustriebe und Blätter vorsichtig beseitigen. Das Herz der Pflanze darf nicht verletzt werden. Die Gartenerde mit Kompost und Mist für die kommende Saison aufbereiten. Schwere Erde gegebenenfalls mit Sand mischen.

    Um sie vor Frost zu schützen, sollte man Erdbeerpflanzen im Winter mit Reisig abdecken. Am besten ist Fichten-Reisig. Er wird luftig-locker verteilt.

    Häufige Schädlinge und Krankheiten

    Da Erdbeeren direkt auf dem Boden liegen, sind die Früchte leichte Beute für krabbelnde und kriechende Schädlinge. Dazu zählen zum Beispiel Schnecken, Erdraupen, Boden-Spinnmilben und Tausendfüßler.

    Außerdem sind sie bei feuchtem Klima Fäulnis und Pilz gefährdet, vor allem Grauschimmel. Mit einem Ertragsverlust muss der Beerenzüchter immer rechnen, zumal er möglichst auf Insektizide und dergleichen verzichten will. Von Grauschimmel wird die Erdbeere meist bei feuchtem Klima befallen. Grauschimmel kann man durch ausreichende Pflanzabstände und kalihaltige Erde vorbeugen.

    Mehr Sorge bereiten die Vögel. Sie lieben die süßen Erdfrüchte genauso wie wir. Daher sollte unbedingt ein schützendes Netz über das Beet gespannt werden, so halten sich die Verluste in Grenzen. 

    Erntezeit: Wann und wie Erdbeeren ernten?

    Im ersten Jahr tragen die Pflanzen weniger Beeren als im zweiten. Falls die Erdbeerernte beim ersten Mal weniger üppig ist, nicht verzagen.

    Wann geerntet wird, hängt mitunter von der Erdbeersorte ab. Außerdem ist der Zeitpunkt der Ernte von Pflanzzeit, Pflege und Wetter abhängig. Frühe Sorten werden im Juni geerntet, späte im September.

    Ideal ist, Erdbeeren morgens zu ernten. Dann schmecken sie am Besten. Man pflückt die empfindlichen Früchte vorsichtig an den Stielen samt Blätterkranz ab. Ohne den Kranz dringt beim Säubern Wasser in die Frucht. Sie schmeckt dann wässriger. 

    Beliebte Erdbeersorten im Vergleich: Mieze Schindler, Elvira, Senga Sengana, Elsanta, Lambada und Polka

    Vor dem  Setzen der Erdbeerpflanzen stellt sich die Frage nach der richtigen Sorte. Im Handel stehen mindestens 100 Erdbeersorten für Balkon und Garten zur Wahl. Eine bestimmte Erdbeerensorte zu empfehlen ist schwer, da deren Ansprüche an die jeweiligen Boden- Standort- und Klimaverhältnisse unterschiedlich sind. Erdbeeren selbst anbauen heißt auch experimentieren. Zumal Geschmäcker verschieden sind. Fällt die Erdbeerernte mager aus, im nächsten Jahr eine andere Sorte pflanzen. Eine schlechte Ernte kann natürlich auch an falscher Pflanzung oder Pflege liegen. Hier ist eine Liste beliebter Sorten:

    Liste beliebter Erdbeersorten

    • Nicht mehr ganz so beliebt sind ältere Zuchtformen wie die Erdbeere Mieze Schindler. Jene Altsorten sind oft nicht so ausgereift und widerstandsfähig wie die neuen. Häufig leiden sie unter Krankheits- bzw. Schädlingsbefall und geringen Erträgen.
    • Die Erdbeere Elvira zählt zu den neuen Kultivierungsformen. Sie gilt als nahezu perfekt. Neben hohen Ernteerträgen und köstlichem Geschmack zeigt sie sich weitgehend krankheitsresistent.
    • Die gern kultivierte Erdbeere Senga Sengana ist weniger vollkommen. Zwar glänzt die Sorte ebenfalls mit Robustheit, aber Sengana Erdbeeren leiden schneller an Fäule. Sie munden weniger süß, sind leicht sauer, bieten sich aber besonders zur Tiefkühllagerung an.
    • Im Supermarktregal finden wir häufig die Sorte Elsanta. In der gewerblichen Landwirtschaft wird sie gern wegen der guten Ernte und ihrem Aroma angebaut. Allerdings ist sie krankheits- und frostanfällig. Elsanta Erdbeeren sind für den eigenen Garten nur bedingt zu empfehlen.
    • In jüngster Zeit kristallisieren sich immer mehr Spezialzuchtformen heraus. Dazu gehören Lambada und Polka Erdbeeren. Diese Erdbeersorten steigen in der Gunst hiesiger Anbauer. Neben dem köstlichem Aroma glänzen sie mit hoher Widerstandskraft.

    Steckbrief der Erdbeere

    Lateinischer / Botanischer Name: Fragaria
    Pflanzen-Familie: Rosengewächs, Sammelnussfrucht
    Blüte: weiß-gelb
    Blütezeit: Im Frühling und Sommer, abhängig von Pflanzzeit und Sorte
    Anbau: Erdbeeren kann man im Garten, auf dem Balkon oder im Gewächshaus anbauen. Man kann auch Erdbeerpflanzen im Haus vorziehen. Pflanzung zu verschiedenen Zeiten. Je nach Sorte und Kultivierung.
    Sorten: Über 100 Kultursorten
    Vorkommen: In freier Natur im Umfeld von Wäldern (Walderdbeeren)
    Schädlinge: Vögel, Schnecken, Raupen, Tausendfüßler, Boden-Spinnmilbe
    Krankheiten: Grauschimmel Pilz, Fäulnis