Haselnuss pflanzen: Abstand, Standort und Sorten

    Um Haselnüsse im Garten zu pflanzen, braucht man nicht mal viel Platz, egal ob man Haselsträucher oder -bäume anpflanzt. Selbst ein ausgewachsener Haselbaum braucht nur halb so viel Platz wie ein Walnussbaum. Die gemeine Hasel hat aber noch mehr Vorteile zu bieten. Anbau und Pflege sind recht einfach. Einen besonderen Standort braucht die Haselnuss auch nicht. Und bei gutem Wachstum kann man viele Nüsse ernten.

    Haselnuss Sorten: Zellernuss und Lambertsnuss  

    Zunächst muss man zwischen zwei Hauptsorten unterscheide. Zum einen die Zellernüsse, die eher eine rundliche Form aufweisen und zum anderen die Lambertsnüsse, die länglich geformt sind. Die beiden Hauptsorten lassen sich wiederum in zahlreiche Untersorten unterteilen. Die Zellernüsse sind in Deutschland beheimatet, die Lambertshasel wächst in südlichen Ländern. Ihr Aroma ist eher süßlich. Der Geschmack der Lamberts wird oft als angenehmer empfunden.

    Beliebte Zellernuss Sorten

    • Hallesche Riesennuss
    • Römische Zellernuss
    • Wunder aus Bollweiler

    Beliebte Lambertsnuss Sorten

    • Lambert´s Filbert
    • Weiße Lambertnuss
    • Rote Lambertnuss
    • Webbs Preisnuss

    Haselnuss im Garten pflanzen: Standort, Boden, Pflanzzeit und Pflanzabstand

    Haselnüsse stellen kaum Ansprüche an den Standort. Sie wachsen an Plätzen mit Halbschatten oder Sonne, sollten aber geschützt stehen. Optimal sind Standorte, die Windschutz bieten: An Mauern, Wänden, Gartenhäusern oder im Schutz von Nachbarpflanzen.  

    Ideal für Haselbäume ist lockerer, humoserBoden mit neutralem oder leicht saurem pH-Wert.

    Die beste Zeit, um Haselnüsse zu pflanzen, ist im Herbst, von Oktober bis November. Die Pflanzung sollte vor dem ersten Frost sein. Die Jungpflanzen haben ab Herbst genug Zeit bis zur ersten Blüte, um sich gut zu entwickeln. Blütezeit ist ab Februar.

    Bei mehreren Pflanzen in einer Reihe die Haselnüsse mit einem Abstand von etwa 3,5 m setzen. Zwischen den Reihen 5 m Abstand lassen. Ist der Gartenboden optimal, werden die Bäume groß wachsen. Faustregel: Je besser die Erde, je höher der Pflanzabstand. Sollen die Haselbäume als Blickschutz dienen, kann man sie auch enger setzen. Weniger als 2 m sollten es aber nicht sein. Tipp: Mindestens zwei Haselbäume setzen.

    Die Pflanzlöcher gut 0,5 m breit ausheben.

    Die Hasel ist ein Flachwurzler. Die optimale Pflanztiefe liegt bei 35 - 45 cm. Sind die Bäume gesetzt, die Löcher mit Erde und Kompost verschließen.

    Nach der Pflanzung gut gießen und den Boden mit Laub mulchen. Die Mulchschicht schützt die Pflanzen vor Kälte.

    Am besten die Jungbäume an einen Pfeiler binden. Vor allem, wenn sie nicht windgeschützt stehen.

    Wachstum, Pflege und Schnitt: Die Haselnuss ist genügsam

    Im heimischen Garten sind Haselnüsse winterhart, bis auf die Blüten. Bei spätem Frost können viele Blüten zerstört werden und die Ernte karg ausfallen. Junge Haseln sind noch nicht frosthart. Stehen sie im Freien, brauchen die Wurzeln Winterschutz. Dafür den Boden mit einer Schicht aus Laub bedecken.

    Haseln sind pflegeleicht. Neu gepflanzte Haseln anfangs mehr wässern, bis die Wurzeln gut gewachsen sind. Die Pflanzen hin und wieder mit Kompost düngen.

    Durch stetigen Schnitt wächst die Haselnuss buschig dicht. Sträucher und Bäume bleiben durch Rückschnitte in Form und sorgen für kräftige Triebe mit vielen Nüssen.

    Schädlinge und Krankheiten befallen Haselnüsse selten. Als Schädling tritt der Haselnussbohrer öfter auf. Hin und wieder werden die Pflanzen vom Mehltau Pilz befallen. Und es gibt Nussräuber wie Haselmaus und Eichhörnchen.

    Allgemeine Tipps

    Der Nährwertgehalt

    Haselnüsse sind reich an ungesättigte Fettsäuren, Eiweiß, Vitaminen und Mineralien. Sie sollen laut einiger Studien zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen dienen. Wie gesund die nussige Frucht letztendlich auch ist, sie schmeckt lecker. Was wären Herbst und Weihnachten ohne Nüsse?

    Allergieprobleme

    Leider reagieren immer mehr Menschen allergisch auf Haselnüsse und zwar in Form einer sogenannten Kreuzallergie. Diese zeigt sich wohl vorrangig bei Menschen, die empfindlich auf Birkenpollen reagieren. 

    Tipps zum Kauf von Nüssen

    Beim Kauf der Nüsse darauf achten, dass sie knackfrisch und nicht schimmelig sind. Doch wie erkennt man das? Schimmelige Nüsse bilden sich besonders gern in Plastiktüten. Lose Nüsse zum abwiegen beziehungsweise Nüsse in Netzen sind daher besser. Bei losen Früchten kann ein Schütteltest nützlich sein. Klappert die Haselnuss in der Schale, ist sie häufig alt, gar ungenießbar. Gerade am Anfang der Saison dürfte der überwiegende Teil der Nüsse allerdings frisch geerntet in den Supermarkt kommen. Viele Nüsse werden aus anderen Ländern importiert.